moving-it.today: Das war unser erstes Bewegungs-Barcamp

23. Juli 2019 Aus Von Birte Frische

Lange erwartet, fand nun vom 4.-7. Juli das erste SHIFT IT Bewegungs-Barcamp statt. Das Barcamp war offen für alle ab 14 Jahren, sodass wir eine bunt gemischte Gruppe von 34 Menschen zwischen 14 und 58 Jahren aus vielen unterschiedlichen Ländern waren, und sogar ein achtmonatiges Baby war mit dabei. Die meisten Teilnehmenden haben zum ersten Mal ein Barcamp besucht. So brauchte es anfangs ein bisschen, bis alle das Prinzip verstanden haben: Jeden Morgen wird sich zur sogenannten Sessionplanung getroffen. Alle die etwas anbieten möchten, stellen ihre Idee vor. Was auf Interesse stößt, wird realisiert. Zum Beispiel: Ich mache seit Jahren Parkour und würde gerne eine Session zu Grundlagen anbieten. Oder: Ich möchte gerne eine Session zu Gleichgewicht und Balance gestalten. Oder: Ich wüsste gerne, wie die Klimabewegung in Deutschland aufgestellt ist. Das Barcamp sollte einen Raum bieten für alle Themen rund um Bewegung, ob nun sportlich betrachtet oder auch politisch.

Es ist gar nicht so leicht, wenn man zu einer Veranstaltung geht und plötzlich mit dafür verantwortlich ist, dass die Veranstaltung mit Inhalten und Leben gefüllt wird. Also haben wir ausführlich erklärt, was Barcamps ausmachen, und einige Teilnehmende mit Barcamp-Erfahrung, die z.B. schon einmal beim JugendPolitCamp waren, berichteten von ihren Erfahrungen. Nach und nach kamen dann die ersten Sessionvorschläge, die mit der Zeit immer immer mehr das Interesse und die Fragestellungen der Leute abbildeten. Letztendlich haben in den drei Tagen die unterschiedlichsten Sessions stattgefunden und neue Interessensfelder taten sich für Einzelne auf. Das ist für uns als Team letztendlich immer wieder das Spannende an Barcamps: man trifft Leute, mit denen man sonst keine Berührungspunkte hätte, lernt Unerwartetes und probiert Neues aus. Sei es nun, dass eine Gruppe von Frauen, die keinerlei Erfahrungen mit Kampfkunst hatten, am Ende einer Karatesession begeistert und mit aller Kraft auf Pratzen einschlugen und -traten und angespornt waren, das bald wieder zu machen, oder dass Jung und Alt bzw. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in Kontakt kamen und lebendig diskutiert wurde. 

Es gab klassische Bewegungseinheiten wie Taekwondo, Parkour, Fußball, Zirkus, in denen Grundprinzipien vermittelt wurden, wo sich aber auch Leute mit Vorerfahrung austoben konnten. Es wurde in Grundtechniken des Filmens eingeführt, ein Filmkonzept erarbeitet und umgesetzt. Es gab eine Session zu Laufsteg laufen, Sessions zu Gleichgewicht und Balance oder Billardregeln, es wurde der Frage nachgegangen, was passiert während ich schlafe, es gab einen Spaziergang für die Sinne und vieles mehr. Es gab eine Diskussions- und Filmsession über die politische Bewegung gegen den Klimawandel und daran anschließend eine Session mit der Frage: wie bewege ich mich durch die Natur und kenne ich überhaupt die Pflanzen, denen ich dauernd begegne? Auch Sessions, die etwas weiter weg vom Oberthema führten, wie Zeichnen oder die Psychologie der Farben wurden angeboten. In der Freizeit wurde mit den Kameras experimentiert, Billard und Tischtennis gespielt, es haben geschlechterhomogene Diskussionsrunden über Geschlechterrollen, Gender, Homosexualität sowie Religion versus Wissenschaft stattgefunden und es wurden Abends Ideen für den nächsten Tag gesponnen.

Alles in allem hat sich eine sehr heterogene Gruppe von Menschen auf ihr erstes Experiment Bewegungs-Barcamp eingelassen und ein Wochenende mit viel Bewegung, Spaß und Diskussionen erlebt. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr!